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Strompreisdeckel: Erleichterung für die Endverbraucher, Untergang der Erneuerbaren Energiegemeinschaften?

Adriana Helga
Mitte Oktober wurde der Strompreisdeckel vom österreichischen Nationalrat beschlossen, was bei der Bevölkerung Freude auslöst. Gleichzeitig hagelt es aus Expert/innenkreisen Kritik, weil eine Subventionierung der Stromrechnungen für Haushalte als Lösung zu einseitig und nicht ausreichend durchdacht sei. Eine zusätzliche Gefahr bringt die Strompreisbremse für die Ausbreitung von Erneuerbaren Energiegemeinschaften (EEGs).  Was genau das bedeutet, erfahren sie hier.Zur Entstehung der StrompreisbremseSeit Beginn der Corona Pandemie steigen die Strompreise, was durch den andauernden Ukraine Krieg weiter verstärkt wird. Die Gasknappheit führt durch das Merit-Order-Prinzip (= der Strompreis orientiert sich am teuersten Kraftwerk) zudem dazu, dass die Strompreise noch weiter nach oben klettern.Einen Einfluss könnte man auf den Strompreis nehmen, indem mehr erneuerbare Energien in das Netz eingespeist werden. Dadurch würde der Gaspreis weniger Einfluss nehmen und der Strompreis sinken. Eien andere Möglichkeit wäre, weniger Energie zu verbrauchen, wodurch ebenfalls bessere Preise entstehen würden. Die Regierung ist nun einen anderen Weg gegangen: Den Einsatz der Strompreisbremse. Privatpersonen mit Stromliefervertrag bekommen einen Zuschuss von bis zu 500 Euro.Es hagelt KritikPrivate Haushalte freuen sich über den Stromkostenzuschuss. Kritik findet man aber nicht nur in der Parteipolitik, sondern auch von Seiten der Arbeiterkammer, diverser NGOs oder Hilfsorganisationen. Dabei geht es vor allem um:
  • Reale Entlastung für Unternehmen, Haushalte und Energieversorger sei zu gering
  • Energiesparmaßnahmen würden dadurch unattraktiv werden, was gleichzeitig Rückschritte im Kampf gegen den Klimawandel bedeute
  • Zu wenig Treffsicherheit bei der Entlastung von sozial bedürftigen Haushalten
  • Einkommensstarke Haushalte würden bevorzugt werden, solange es keine soziale Staffelung oder eine Berücksichtigung der Haushaltsgröße gäbe
  • Erneuerbare Energiegemeinschaften würden benachteiligt werden
  • Keine weiteren Regulierungen bzw. Vorgaben für Energieversorger
Benachteiligung für Erneuerbare EnergiegemeinschaftenAuf diesen Punkt wollen wir genauer eingehen: Was bedeutet die Strompreisbremse für den Ausbau von EEGs? Kurz gesagt: eine sehr schwierige Zeit, solange die Deckelung aktiv ist.Der Grund dafür liegt in der Wettbewerbsfähigkeit: Solange die realen Strompreise nicht bei den Verbraucher/innen ankommen, ist der Beitritt zu einer EEG wirtschaftlich nicht attraktiv. Verbraucher/innen zahlen beim großen Erzeuger weniger, da hier der Strompreisdeckel greift. Bei dem Bezug von Strom über eine EEG ist das nicht zu. Für Personen mit eigener Energieerzeugungslage sieht das Bild ähnlich aus: Es ist wirtschaftlich attraktiver, Strom gewinnbringend ins Netz einzuspeisen statt ihn mit den Nachbar/innen zu teilen.Das bedeutet: Solange die Strompreisbremse aktiv ist, fehlt es EEG an wirtschaftlicher Attraktivität. Auch wenn der Preis aktuell nicht das Hauptargument für den Beitritt zu einer EEG ist, verhindert diese Entlastungsmaßnahme, dass EEGs in der breiten Bevölkerung ankommen. Da EEGs aber eine wichtige Rolle für die nötige Energiewende spielen, ist die Politik jetzt zum Handeln aufgefordert: Wie können Haushalte entlastet werden und gleichzeitig die Energiezukunft beflügelt werden?Sie interessieren sich für eine Mitgliedschaft bei der Grätzlenergiegemeinschaft oder wollen selbst eine Energiegemeinschaft gründen? Dann wenden Sie sich an office@power-solution.eu und wir beantworten Ihnen alle Ihre Fragen!Weiterführende Links und Quellen:https://www.derstandard.at/story/2000138904237/wenig-freude-mit-der-stromkostenbremse-viel-kritik-von-allen-seitenhttps://www.sn.at/politik/innenpolitik/strompreisdeckel-stoesst-auf-viel-kritik-126711805https://www.arbeiterkammer.at/beratung/konsument/Energie/FAQ_zur_Strompreisbremse.html