Blog

Flexibilitäten im Stromsystem von morgen

admin

Österreich will 2030 seinen Bruttostromverbrauch zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien decken. Erneuerbarer Strom, wie aus Sonne und Wind steht nicht immer dann zur Verfügung, wenn er gebraucht wird, sondern ist von verschiedenen Faktoren wie dem Wetter abhängig. An sonnigen oder windigen Tagen ist oft zu viel erneuerbare Energie im System, zu anderen Zeiten zu wenig.

Strom muss jedoch, wenn er simultan also ohne Speicherung verbraucht wird, innerhalb von 15 Minuten nach der Produktion verbraucht werden. Bei zu viel Einspeisung ohne direkte Abnahme droht Netzüberlastung. Damit das Stromnetz trotzdem stabil bleibt, braucht es Flexibilität.

Was bedeutet Flexibilität?

Flexibilität heißt vereinfacht: Bestimmte Verbräuche, Erzeugung oder Speicher können zeitlich verschoben oder angepasst werden, ohne dass Sicherheit oder Komfort darunter leiden. Grob gesagt, die Anpassung des Stromverbrauchs an die -Erzeugung.

Beispiele dafür sind:

  • Geräte, die auch etwas früher oder später laufen können (z. B. Warmwasserboiler, Klimageräte, E Auto-Ladung).
  • Speicher, die Strom zwischenspeichern und später wieder abgeben (z. B. Batterien, Pumpspeicher, Wärmespeicher).
  • Kraftwerke, die ihre Leistung rasch rauf- oder runterfahren können.

Je mehr Strom aus Wind und Sonne kommt, desto wichtiger werden diese Flexibilitäten.

Warum braucht das Stromnetz Flexibilität?

Österreich will den Anteil an erneuerbarer Energie im Stromverbrauch zunehmend steigern, um einerseits auf nachhaltige Stromversorgung zu setzen und andererseits unabhängiger von Importen zu sein. Erneuerbare Energien sind jedoch in der Erzeugung weniger konstant, sie haben stärkere Schwankungen:

  • In manchen Stunden ist sehr viel erneuerbarer Strom im Netz
  • In anderen Stunden ist das Angebot gering, der Verbrauch aber trotzdem da

Ohne Flexibilitäten bedeutet das:

  • Netze werden in Zeiten hoher Einspeisung stark belastet
  • Es braucht mehr Eingriffe der Netzbetreiber
  • Erneuerbarer Strom kann nicht immer vollständig genutzt werden

Flexibilitäten helfen nun, den Verbrauch besser in jene Zeiten zu verschieben, in denen viel erneuerbare Energie vorhanden ist und entlastet damit Netze und System.

Was Unternehmen und Haushalte konkret tun können

Sowohl Unternehmen als auch Haushalte können Flexibilitäten bewusst nutzen, oft reichen einfache Anpassungen. Voraussetzung dafür ist entweder eine eigene Stromerzeugungsanlage oder ein flexibler Tarif bei einem Energieversorger.

  1. Lasten verschieben
  2. Speicher einsetzen
  3. Transparenz schaffen

Für Energiegemeinschaften gilt: Je besser Flexibilitäten genutzt werden, desto höher ist die Eigenverbrauchsquote. Das senkt Kosten und entlastet zugleich das Netz.

Kurz zusammengefasst

Flexibilität ist eine zentrale Voraussetzung dafür, dass ein Stromsystem mit viel Erneuerbaren stabil und wirtschaftlich funktioniert.

Sie sorgt dafür, dass:

  • mehr erneuerbare Energie tatsächlich genutzt wird,
  • Netze auch bei hoher Einspeisung sicher betrieben werden,
  • und Unternehmen wie Haushalte von günstigeren und planbareren Energiekosten profitieren können.

Wer heute beginnt, eigene Flexibilitätspotenziale zu erkennen und zu nutzen, ist für das Energiesystem von morgen deutlich besser vorbereitet.

Sie möchten wissen, wie Sie Flexibilitäten nutzen können?

Schreiben Sie uns an:

E-Mail