Login

Register

Login

Register

Energiemanagement hilft

Zum zweiten Mal nach Inkrafttreten des Energieeffizienzgesetzes sind heuer die regelmäßigen Energieaudits fällig. Angesichts des mit ihnen verbundenen Aufwands sollten Unternehmen die Einführung eines Energiemanagementsystems überlegen.

Das Energieeffizienzgesetz in seiner geltenden Fassung spricht eine klare Sprache: Große Unternehmen haben entweder ein zertifiziertes Energiemanagementsystem einzuführen oder „in regelmäßigen Abständen, zumindest alle vier Jahre, ein externes Energieaudit durchzuführen“. Da das Energieeffizienzgesetz 2015 in Kraft trat, sind die Energieaudits heuer erneut fällig. Und die Anforderungen an diese sind nicht zu unterschätzen.

Penibel listet Anhang III des Energieeffizengesetzes auf zweieinhalb Seiten die Mindestkriterien auf. Diesen zufolge beruhen die Audits „auf aktuellen, gemessenen, belegbaren Betriebsdaten zum Energieverbrauch für alle eingesetzten Energieträger (z. B. Rechnungen vom Energiehändler), wobei die ausgewiesenen Mengen – sofern erforderlich – in energetische Einheiten umgerechnet werden müssen, und basieren – sofern vorhanden – auf Lastprofilen (für Strom) bzw. Zähleinrichtungen mit fernübertragbaren Energiewerten“. Durchzuführen ist daher eine umfassende Datenerhebung im jeweiligen Unternehmen, die unter anderem folgende Punkte beinhaltet: Eigentumsverhältnisse und Nutzervereinbarungen sowie Mietverträge, den Lageplan des Gebäudes bzw. der Gebäudegruppen, die technische Gebäudeausrüstung samt schematischer Darstellungen, Regelschemen bzw. Einstellungen und Daten zu den vorhandenen Geräten von Heizung, Raumlufttechnik, Kühlung und Warmwasseraufbereitung bis zu allenfalls vorhandenen Solarthermie- oder Photovoltaikanlagen und Kraft-Wärme-Kopplung. Zu dokumentieren sind weiters der Energieexport an Drittparteien, gesetzte energierelevante Maßnahmen im Bereich Gebäudeinstandhaltung, der Energieausweis und erstellte Energiezertifikate sowie „Programme zur Sensibilisierung der Nutzer bzw. eines relevanten Personenkreises“.

Im Zuge der ebenfalls notwendigen Gebäudebegehung fordert das Gesetz weiters die „Bewertung des tatsächlichen Niveaus jeder Leistung der Gebäudeversorgung wobei Alter, Speicherung und Verteilung sowie Emissionssystem und Steuerung zu berücksichtigen sind“ und ferner das „Verständnis der treibenden Faktoren der Änderungen in den technischen Systemen, wie z. B. jahreszeitgebundene Anforderungen“. Darüber sind Maßnahmenempfehlungen zu erarbeiten, bei denen es unter anderem um die „Definition des geeigneten Niveaus für jede Leistung der technischen Gebäudeausrüstung“ sowie um den Vergleich der Technik vorhandener Systeme und Anlagen mit den effizientesten, auf dem Markt verfügbaren Systemen und Anlagen“ geht.

Drei Phasen

Trotz all dieses Aufwandes haben dieAudits einen wesentlichen Nachteil: Sie liefern stets nur eine Momentaufnahme, sagen aber vergleichsweise wenig über die Entwicklung des Energiebedarfs und damit der Energiekosten aus. Auch den Erfolg von Energieeffienzmaßnahmen festzustellen, erweist sich als eher schwierig. Aus diesen Gründen empfiehlt es sich, ein Energiemanagementsystem einzuführen. Dabei handelt es sich nicht einfach um ein Softwaretool, sondern um ein institutionalisiertes Verfahren zur kontinuierlichen und dauerhaften Verbesserung der Energieeffizienz. Das System sollte nach der ISO 50001 zertifiziert sein, deren neueste Version (ISO 50001:2018) im vergangenen Jahr erschien und noch mehr Wert auf konkrete, messbare Kenngrößen legt als bisher. Im Wesentlichen erfolgt die Einführung eines solchen Systems in drei Phasen.

In der ersten Phase gilt es, den Istzustand des Unternehmens hinsichtlich seines Energiebedarfs und seiner Energieeffizienz zu erheben. Zwar verlangt die ISO 50001:2018 nicht mehr die Benennung eines Energiemanagementbeauftragten. Zu empfehlen ist diese jedoch weiterhin, weil damit die Verantwortlichkeit eindeutig festgelegt ist. Klar ist freilich: Alleine kann auch der engagierteste Energiemanagementbeauftragte wenig erreichen. Er bedarf der Unterstützung des gesamten Unternehmens, insbesondere des Top-Managements. Weiters hat in der ersten Phase eine Projektplanung für die Einführung des Energiemanagementsystems zu erfolgen. Zeitlich sind bis zu 18 Monate zu veranschlagen. Ferner gilt es in der ersten Phase, den Energiebedarf so genau wie möglich zu dokumentieren. Dies erfolgt im Zuge der sogenannten „Energetische Bewertung“ und der „Energiestatusbestimmung“, die die Daten mehrerer Jahre umfassen sollten. Die Energiestatusbestimmung ist regelmäßig zu aktualisieren. Aus den erhobenen Daten müssen in der ersten Phase schließlich Potenziale für die Verminderung des Energiebedarfs abgeleitet werden.

Von der Politik zum Review

Die zweite Phase dient der Integration des Energiemanagementsystems in die Unternehmensprozesse. Sie beginnt mit der Formulierung einer unternehmenseigenen „Energiepolitik“, die unter anderem die Pflicht zur kontinuierlichen und messbaren Verbesserung der Energieeffizienz beinhaltet. Um diese Politik umzusetzen, empfiehlt es sich, ein eigenes Team unter Leitung des Energiemanagementbeauftragten zu etablieren. Dieses hat die betriebliche Planung und Steuerung der Unternehmensprozesse in Hinblick auf die Energieeffizienz sicherzustellen. So lässt sich gewährleisten, dass mit einem Minimum an Energieeinsatz größtmögliche Effekte erzielt werden. Wesentlich dafür ist nicht zuletzt die Bewusstseinsbildung bei den Mitarbeitern. Sind sich diese über die Bedeutung des Themas Energieeffizienz im Klaren und handeln entsprechend, ist ein maßgeblicher Schritt zum Energiemanagement getan. Notwendig ist ferner das Festlegen geeigneter Benchmarks für den Energiebedarf des Unternehmens. Sie ermöglichen, Abweichungen und deren Ursachen zu erkennen und im Bedarfsfall gegenzusteuern.

In der dritten Phase schließlich gilt es, das etablierte Energiemanagementsystem quasi mit Leben zu erfüllen, mit regelmäßigen Reviews auf seine Wirksamkeit zu überprüfen und gegebenenfalls zu verbessern. Auf diese Weise kann und wird das System dem Unternehmen dauerhaft Nutzen und Mehrwert bieten.

Aufwärts mit ISOLDE: Power Solution unterstützt professionell bei der Einführung von Energiemanagementsystemen.
Aufwärts mit ISOLDE: Power Solution unterstützt professionell bei der Einführung von Energiemanagementsystemen. Credit: PowerSolution Energieberatung GmbH

Energieeffizienz mit ISOLDE

power solution hat bereits eine Reihe von Unternehmen bei der Einführung eines Energiemanagementsystems nach ISO 50001 unterstützt. Bewährt hat sich dabei das Planspiel ISOLDE, bei dem diese anhand eines mittelständischen Bäckereiunternehmens erfolgt. Bei dem Spiel werden den Teilnehmern die ISO 50001 und deren Anwendung vermittelt. Sie erfahren, welche Möglichkeiten Energiemanagementsysteme eröffnen und wie die Mitarbeiter diese optimal nutzen können. An ISOLDE sollten nicht nur die Energiemanager von Unternehmen teilnehmen, sondern Vertreter aller Unternehmensabteilungen. So kann Energiemanagement in der Unternehmenskultur verankert werden.