„Die Sonnenenergie zu nutzen, hat mich schon immer gereizt“

Doris Felber, Geschäftsführerin der Bäckereikette Felber, über das Projekt „Flour Power“ zur Errichtung einer Photovoltaikanlage und firmeneigener Stromtankstellen

Im Herbst vergangenen Jahres hieß es, Sie wollten bis Frühjahr 2019 eine hauseigene Photovoltaikanlage auf Ihrem Hauptsitz installieren und dort auch Ladestationen für Elektroautos errichten. Wie weit ist das Vorhaben gediehen?
Felber: Wir haben vor kurzem die Baubewilligung der Stadt Wien erhalten und uns sehr darüber gefreut. Für den Betrieb unserer Stromtankstellen brauchen wir eine höhere Anschlussleistung. Diese wird nach Ostern hergestellt. In der Zwischenzeit stimmen wir die Details für die Photovoltaikanlage ab. Spätestens im Juni oder Juli möchten wir diese auf dem Dach unserer Fabrik montieren. Sie liefert dann Strom für unsere Produktion und die neue E-Ladestation.

Was macht die Photovoltaik für Sie interessant?
Felber: Faszinierend finde ich, dass Energie von der Sonne kommt, die wir in einfangen und verwenden können. Das hat mich schon immer gereizt. power solution betreut unser Unternehmen seit etwa drei Jahren und kümmert sich unter anderem um die Beschaffung von Strom und Erdgas. Jedes Mal, wenn mich Dr. Kuras besuchte und wir die Energiekosten unserer Filialen durchgingen, fragte ich ihn nach der Photovoltaik. Ich wollte aber nicht die Erste sein, die eine solche Anlage installiert, um nicht unnötig viel Lehrgeld zahlen zu müssen. Eines Tages sagte mir Dr. Kuras: Jetzt sind wir so weit, jetzt können wir das machen. Ich habe mich so sehr gefreut, dass ich sofort auf den Zug aufgesprungen bin. Mittlerweile hat Power Solution die Ausschreibung für die Anlagen durchgeführt und kümmert sich um die Umsetzung des Projekts. Natürlich ist dabei auch unser Hauselektriker gefragt, und die beteiligten Firmen müssen an einen Tisch. Bis jetzt funktioniert das sehr gut.

Welche Vorteile erwarten Sie sich von der Photovoltaikanlage und den Ladestationen?
Felber: Natürlich geht es um die Reduktion und Stabilisierung der Stromkosten. Das ist am schnellsten und leichtesten zu erreichen und ein großer Gewinn für uns. Aber noch wichtiger ist mir: Wir haben bereits zwei Elektroautos. Sobald das möglich ist, möchte ich alle unsere etwa 20 Firmenfahrzeuge sukzessive auf Strombetrieb umstellen. Und es ist ein No-Go, diese Autos einfach an der Steckdose anzuschließen und sie dann mit Strom aus allen möglichen Quellen zu betreiben, etwa aus Kohlekraftwerken. Ich möchte den benötigten Strom mit der Photovoltaikanlage selbst herstellen.

Wird es bei dieser einen Aufdachanlage bleiben oder planen Sie weitere?
Felber: Ich hoffe, die Anlage erzeugt genug Strom, um die Ladestationen und zusätzlich einen Teil unserer Produktion zu versorgen. Wenn wir noch mehr brauchen, müssten wir uns ein Areal suchen, wo wir eine weitere Photovoltaikanlage installieren könnten. Auf dem Firmengelände haben wir dafür keinen Platz mehr. Das Dach wird komplett mit Solarpaneelen bepflastert.

Würden Sie auch anderen Gewerbetreibenden empfehlen, Photovoltaikanlagen zu installieren und zu nutzen?
Felber: Wenn es Sinn ergibt, würde ich das sehr empfehlen. Aber sicher sein kann man erst, wenn man das getestet hat.  Dazu müssen wir Erfahrungen mit dem Betrieb der Anlage sammeln.

Die Bundesregierung plant die Abschaffung der Eigenstromsteuer für sämtliche Photovoltaikanlagen. Was halten Sie davon?
Felber: Das wäre gut. Für den Strom, den man selbst erzeugt und nutzt, Steuern bezahlen zu müssen, ist etwas übertrieben.

Zum Projekt

Das Projekt „Flour Power“ wurde im September 2018 gestartet. Es umfasst den Bau einer Photovoltaikanlage mit einer Fläche von 800 Quadratmetern und einer Leistung von 100kW Peak auf dem Dach der Fabrik in Wien, die Installation von Elektrotankstellen und den Kauf von CO2-Zertifikaten. Finanziert wird das Vorhaben mit einer Crowdfunding-Kampagne, in deren Verlauf mit Hilfe von rund 120 Interessierten binnen sieben Tagen 200.000 Euro aufgebracht werden konnten.